Endoparasiten (innere
Parasiten) sind ein häufiges Problem bei der
Haltung von Reptilien im Terrarium. So unterschiedlich wie die Parasiten
selber, sind auch deren Auswirkungen auf ihr Wirtstier. Häufigste
Vertreter sind Würmer wie Oxyuren (Madenwürmer) und andere
Nematoden (Fadenwürmer), Ascariden (Spulwürmer), Cestoden (Bandwürmer)
und Trematoden (Saugwürmer), aber auch Einzeller (Protozoen) wie
Coccidien und Flagellaten treten häufig auf. Pathogene Endoparasiten
sollten ab einem mittleren Befall auf jeden Fall bekämpft werden.
Symptome
Von Endoparasiten befallene Reptilien fallen häufig durch Inaktivität,
schlechten Allgemeinzustand und wässrigen Kot auf. Häufig
wird auch die Nahrungsaufnahme verweigert.
Ursache
Die Ursache eines Parasitenbefalls ist meistens nicht eruierbar.
Die Parasiten können über schlecht gewaschenes Grünzeug, über Futtertiere, über
den Pfleger oder auch anderweitig ins Terrarium gelangen. Anders als
in freier Wildbahn besteht im Terrarium eine grosse Gefahr der Reinfektion.
Aus diesem Grunde sollte im Terrarium grosser Wert auf Hygiene gelegt
werden.
Die Aussage, dass es nur in schlecht gereinigten Terrarien zu einem
Parasitenbefall kommen kann, ist aber definitiv falsch.
Vorsorge
Versorgung der Tiere mit gut gewaschenem Grünzeug, zweckmässige
Auswahl des Sammelortes selbstgepflückter Futterpflanzen
und das Aussortieren
krank wirkender Futtertiere, kann helfen, einen Parasitenbefall
zu verhindern. Gelegentliche mikroskopische Kotuntersuchungen in
einem Labor oder beim
Tierarzt helfen, einen allfälligen Befall frühzeitig
zu erkennen und die tägliche Reinigung der Terrariums (Kot
entfernen, Wasser wechseln ect.) verhindert Reinfektionen. Speziell
vor der Winterruhe oder vor der
Winterstarre ist es zu empfehlen, eine Kotuntersuchung vorzunehmen.
Dazu wird frischer Kot in einem geeigneten Behälter
an ein entsprechend eingerichtetes Labor eingesandt. Der Kot sollte
vorher keinesfalls zu stark gekühlt
werden, da sonst der Nachweis gewisser Parasiten erschwert oder
gar unmöglich
wird. Eine Kotuntersuchung vor der Winterruhe ist auf jeden Fall
so zeitig durchzuführen, dass ein allfälliger Befall
noch vor der Winterruhe abschliessend behandelt werden kann.
Behandlung
Ist ein Tier von Endoparasiten befallen, ist auf jeden Fall ein
reptilienkundiger Tierarzt beizuziehen. Die Kenntnis des
Parasitenstammes ist dabei
von zentraler Bedeutung, denn daran richtet sich die richtige
Behandlung. Während
Nematoden häufig mit Panacur Suspension behandelt werden,
kommt bei Einzellern wie Coccidien vielfach Baycox zum Einsatz. Über
das richtige Mittel in der richtigen Konzentration und die korrekte
Dosierung hat aber
der Tierarzt zu befinden. Normalerweise müssen auch alle
anderen Tiere im befallenen Terrarium behandelt werden. Dazu
ist es zweckmässig,
sie in ein karg eingerichtetes Quarantäneterrarium umzusiedeln.
Während
dieser Zeit sollte das Terrarium ausgeräumt, gereinigt und
desinfiziert werden. Dazu muss ein gegen die entsprechenden Parasiten
entwickeltes Mittel
verwendet werden (Tierarzt fragen). Kleinere Einrichtungsgegestände
werden sinnvollerweise im Backofen über längere Zeit
auf mindesten etwa 150°C erhitzt.
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